Konfigurator-Software auswählen: Kriterien für Unternehmen
Konfigurator-Software bildet Produktoptionen und deren Abhängigkeiten digital ab. Je nach Ziel reicht die Aufgabe von einer einfachen Variantenauswahl bis zu einem System, das Preise berechnet, Angebote erzeugt und Fertigungsdaten übergibt. Eine gute Auswahl beginnt deshalb nicht mit einer Funktionsliste, sondern mit dem Prozess, den die Software zuverlässig unterstützen soll.
Produktkonfigurator, CPQ oder 3D-Visualisierung?
Die Begriffe werden häufig vermischt, beschreiben aber unterschiedliche Schwerpunkte:
- Produktkonfiguration prüft, welche Merkmale und Kombinationen zulässig sind.
- CPQ ergänzt typischerweise Preisberechnung und Angebotserstellung.
- 3D-Visualisierung zeigt die Auswahl interaktiv und verständlich.
Ein System kann alle drei Bereiche verbinden. Das ist aber nur sinnvoll, wenn Daten und Verantwortlichkeiten ebenfalls integriert werden können. Für eine reine Marketingvisualisierung ist eine vollständige CPQ-Lösung möglicherweise unnötig. Bei technisch komplexen Produkten reicht ein schöner 3D-Viewer ohne Regelwerk dagegen nicht aus.
Die wichtigsten Auswahlkriterien
1. Regelwerk und Variantenlogik
Die Software muss Ausschlüsse, Abhängigkeiten, Pflichtoptionen und Berechnungen nachvollziehbar abbilden. Regeln sollten testbar und versionierbar sein. Wichtig ist außerdem, wer sie später ohne Entwicklungsprojekt pflegen kann.
2. Datenquellen und Schnittstellen
Zu prüfen sind Shop, PIM, ERP, CRM, CAD und gegebenenfalls MES. Entscheidend ist die Richtung des Datenflusses: Welches System ist führend, wie werden Änderungen synchronisiert und wie werden Fehler behandelt?
3. Ausgabe des Ergebnisses
Je nach Prozess werden Warenkorbpositionen, Konfigurations-IDs, Preise, PDFs, Stücklisten oder Produktionsdaten benötigt. Diese Ausgabe sollte vor der Auswahl anhand realer Beispiele getestet werden.

3D ist ein Modul, nicht das gesamte System
Eine interaktive 3D-Ansicht verbessert die Verständlichkeit, ersetzt aber keine Produktlogik. Modellstruktur, Materialien und Varianten müssen mit stabilen IDs an die Konfigurationsdaten gekoppelt werden. Für mobile Nutzung sind außerdem Dateigröße, Texturauflösung und Ladeverhalten relevant.
Betrieb und Pflege realistisch bewerten
Die laufende Arbeit entscheidet häufig stärker über den Erfolg als die erste Implementierung. Vor einer Entscheidung sollten Unternehmen klären:
- Wer pflegt neue Optionen, Preise und Regeln?
- Wie werden 3D-Modelle aktualisiert?
- Gibt es Rollen, Freigaben und eine Testumgebung?
- Wie werden Konfigurationen aus älteren Versionen behandelt?
- Welche Betriebs-, Hosting- und Supportkosten entstehen?
Ein sinnvoller Auswahlprozess
- Einen repräsentativen Produktfall mit schwierigen Varianten auswählen.
- Muss- und Kann-Anforderungen nach Prozessschritten priorisieren.
- Datenquellen und gewünschte Ausgaben dokumentieren.
- Mit einem Prototyp Regelwerk, Bedienung und Schnittstellen prüfen.
- Pflegeaufwand und Gesamtbetrieb über mehrere Jahre bewerten.
Eine Anbieterpräsentation mit Beispieldaten reicht dafür nicht aus. Aussagekräftig ist ein Test mit eigenen Regeln und mindestens einem vollständigen Weg von der Auswahl bis zur gewünschten Übergabe.
Wenn zusätzlich eine visuelle Produkterfahrung benötigt wird, finden Sie auf unserer Leistungsseite Informationen zur Verbindung von 3D-Darstellung und Konfigurationslogik.